Zwei Leute, zwei Blickwinkel.
Der eine sieht den Menschen. Der andere die Zahl dahinter. Dazwischen liegt das, was wir Kern nennen.

Steffen hat Elektrotechnik und Betriebswirtschaft studiert und ist dann in den Handel gegangen. Bei H&M hat er mehrere Häuser von der Baustelle bis zur laufenden Filiale aufgebaut, mit bis zu 150 Leuten. 1999 gründete er seine eigene Firma für Kommunikation und Unternehmensführung und hat seitdem weitere Unternehmen mit aufgebaut, darunter eine Messebau-Firma mit Messen weltweit.
Was ihn ausmacht, ist seine Wahrnehmung. In einem System sieht er meist in den ersten Minuten, wo es hakt — welches Muster die Leute festhält und wo im Team die Kraft verloren geht. Sein Lebensprojekt ist es, daraus systemisch-energetische Prinzipien zu entwickeln, die man auch in einer Geschäftsführerrunde vertreten kann: nüchtern, überprüfbar, mit Zahlen daneben. Die systemische Chartanalyse gehört dazu, für ihn ein zweites Messinstrument neben Bilanz und Organigramm.
Heute führt er als Geschäftsführer die Flow Factory GmbH und den Raum in Kressbronn, lehrt an der DHBW Ravensburg Systemisches Controlling, Personalmanagement und Strategische Unternehmensführung und hat „KI frisst Strategie zum Frühstück“ geschrieben. Im persönlichen Transformationscoaching bringt er Menschen, Manager und Führungskräfte in ihrer Entwicklung nach vorne. Und er lehrt auf See: Seine Leidenschaft fürs Segeln hat er in seine Seminare geholt, weil die Natur an Bord schafft, was kein Tagungsraum kann — nach zwei Tagen fällt die Rolle ab, und übrig bleibt, wer jemand wirklich ist. Von außen sind das mehrere Berufe. Von innen ist es einer.

Christian Funck kommt aus dem Handel. Über zwanzig Jahre internationale Fashion- und Accessoires-Branche, zuletzt als Director International Business. Er hat Teams geführt und weitergebracht.
Steffen und er kennen sich seit über dreißig Jahren. Lange sprachen sie vor allem privat, von Mensch zu Mensch. 2017 holte Christian ihn als Coach ins Unternehmen. Dort erlebte er, wie viel davon abhängt, ob Menschen in ihrer Arbeit Freude und Sinn finden. Seit 2022 tun die beiden das gemeinsam als Flow Factory.
Gerade baut er in Hohenems den Concept Store MA' auf, die Eröffnung ist für den 27. Februar 2027 geplant. Es geht dort um Material, Marken und die Gesichter hinter den Dingen. Kunden kaufen nicht aus Status, sondern aus der Freude am Produkt, aus der Freude am Sein. Die Illustrationen in Steffens Buch stammen von ihm, unzählige Bilder: Ideen von Menschen, umgesetzt mit KI.
Daneben übersetzt er Technik in Zahlen und Zahlen in Entscheidungen. Was kostet ein KI-System, was bringt es, wann trägt es sich? Die Antwort hat er auf einer Seite, ohne Folienschlacht. Er fängt dabei aber nie bei der Technik an, sondern bei der Frage, wo Menschen Freude an ihrer Arbeit haben könnten und was sie davon abhält.
Eine Reihenfolge, die wir nicht umdrehen.
Erst der Mensch: Wer ist da, was kann er, was hält ihn ab. Dann das System: Rollen, Prozesse, Entscheidungswege, das Gerüst, in dem die Leute arbeiten. Und dann die Technologie, auf dem neuesten Stand, KI inklusive. Manchmal kommt sie in ein bestehendes System, manchmal wird das System gleich um sie herum gebaut. Der Mensch steht trotzdem vorne.
Wir sitzen in Kressbronn am Bodensee, Bodanstraße 14. Büro und Raum unter einem Dach: vorne die Beratung für Unternehmen, hinten der Raum für Menschen, die für sich selbst kommen. Das ist kein Zufall und keine Platznot. Wer beides an einem Ort hat, vergisst seltener, dass hinter jeder Rolle im Organigramm jemand steht, der abends nach Hause geht.
Drei Dinge, an denen wir uns messen lassen.
Chancen statt Schuld. Wenn in einem Unternehmen etwas nicht läuft, gibt es immer jemanden, dem man es anhängen kann. Das ist schnell erledigt und bringt nichts. Uns interessiert, was der Fehler über das System sagt, und was man daraus bauen kann.
Den Menschen hinter der Rolle sehen. Ein Abteilungsleiter ist nicht seine Stellenbeschreibung, und ein Klient im Raum ist nicht sein Anliegen. Wer nur die Rolle sieht, bekommt Antworten, die zur Rolle passen. Die ehrlichen kommen von dem, der sie ausfüllt, und die sind meistens die brauchbaren.
Und alles im größeren Zusammenhang sehen. Kein Problem steht für sich, weder in der Firma noch im Leben.
Reden wir. Über dich oder eure Leute.
Das erste Treffen ist ein Gespräch, kein Pitch. Danach weißt du, ob wir die Richtigen sind — und wir auch.